Der (von mir) so lange erwartete Mandriva 2009.0 Test

Diesen Eintrag wollte ich schon nach dem Erscheinen der Mandriva-Version 2009.0 schreiben, doch ich bin bis Heute, aus verschiedenen Gründen, nicht dazu gekommen. Doch jetzt ist es soweit.

Mandriva 2009.0 erschien am 04.10.2008, also vor knapp 2 Monaten. Ich habe jetzt schon einige Sachen getestet. Inzwischen ist KDE 4.1.3 erschienen und per Updater verfügbar. Ich werde, wie man so schön sagt, meine bisherigen Eindrücke hier „zu Papier“ bringen.

Die Installation wurde überarbeitet und gefällt mir jetzt viel besser, vorallem grafisch wurde viel gefeilt und die Installation geht jetzt noch leichter von der Hand. So hat man nach der Installation wahlweiße eine Gnome oder KDE4 Oberfläche (KDE 3 ist per Paketmanager nachinstallierbar). Schon direkt nach der Installation sieht KDE4 sehr schick aus, doch mir persönlich gefällt der Mandriva-Style nicht besonders. Ich habe meine Version, mit wenigen Mausklicks so verändert:

Zum Vergleich: Ohne Veränderung sieht der Desktop so aus:

(Quelle: http://wiki.mandriva.com/de )

Wie man sieht habe ich zwei Bildschirme angeschlossen und aktiviert. Dies hat bei mir leider wieder nicht von selbst funktioniert, obwohl der neue Grafikkartentreiber dies jetzt inzwischen können soll. Evtl ist das auch nur ein Problem bei mir. Wir werden sehen ob es bei der nächsten Version direkt geht. Wenn man den Bildschirm einmal im Grafikkartenkonfigurator drin hat funktioniert es wunderbar. Dann kann man, wie auch in Windows, eigentlich sogar noch besser, alles genau einstellen:

Falls es nicht direkt funktionieren sollte muss man in der Datei /etc/X11/xorg.conf unter Selection „Screen“

Option „TwinView“ „1“
Option „metamodes“ „DFP-0: nvidia-auto-select +0+0, DFP-1: 1280×1024 +1280+0“

eintragen.

Ich habe Mandriva sowohl auf meinem neuen Rechner in der 64bit-, als auch auf meinem alten Rechner in der 32bit-Version installiert. Bisher bin ich der Meinung, dass die 32bit-Version besser läuft. Auf meinem neuen Rechner habe ich ab und zu Probleme mit dem Paketmanager. Der sich auf einmal ohne mein Zutun schließt oder abbricht, was aber nicht weiters schlimm ist, da er beim zweiten Versuch dann immer funktionierte. Kann aber störend sein.

In der 2009.0 Version werden viele neue Versionen der alt bekannten Programme mitgeliefert. So sind z.B. OpenOffice 3, Firefox 2 und KMail 1.10.3 direkt integriert. Natürlich, wie gewohnt, ist eine Vielzahl guter Programme direkt Verfügbar, ohne nachzuinstallieren oder eine Verbindung ins Internet aufzubauen.

Eine komplette Paketliste findet sich hier:

http://wiki.mandriva.com/en/uploads/2/2f/Mandriva-linux-free-2009-dvd-i586.idx

Kopete wird mit KDE4 in der Version 0.60.3 mitgeliefert, welche bei mir um einiges besser arbeitet als die alte KDE3 Version. Die alte Version ist bei mir ständig abgeschmiert und auch der Filetransfert hat nicht funktioniert, dies bessert sich alles mit der neueren Version. Allerdings bin ich immer noch traurig, dass es Miranda nicht für Linux gibt 🙂 .

Selbst spielen ist mit dem neuen Wine (bei mir ist 1.1.4 installiert) kein großes Problem mehr. Spiele wie z.B. Die Siedler II: Next Generation funktionieren „out-of-the-box“ genau wie in Windows. Einfach CD rein, installieren, spielen. Selbst Performanceeinbusen habe ich keine erlebt.

Doch wichtig ist es zu sagen, dass dies NICHT bei allen Spielen so ist. Auf der folgenden Website:

appdb.winehq.com

gibt es eine ausführliche Liste aller Spiele die bisher getestet wurden. Dort kann man einsehen, ob die Spiele funktionieren und falls nicht, was genau nicht funktioniert.

Um wieder auf elementarere Dinge zurück zu kommen: Die Systemkonfiguration wurde überarbeitet und sieht jetzt so aus:

Auch die Sprache wurde überarbeitet, so dass es jetzt fast keine englischen Menüpunkte gibt. Früher war es leider immer noch teils Englisch, selbst wenn die deutsche Version installiert war. Dies ist deutlich besser geworden. Auch das Design wurde verändert, einige Menüpunkte wurden überarbeitet und es gibt zusätzliche Punkte, so wie z.B. der Snapshot (Backups).

Auch der Paketmanager wurde leicht verbessert. So kann man jetzt z.B. gezielt nur grafische Programme suchen und installieren.

Ein kleines Defizit bei Mandriva/KDE4 ist die Systemtray dort werden die Icons, wenn man das standard Design verändert, nicht richtig transparent dargestellt. Bleibt man bei dem standard Design mit dem normalen Windowmanager so wird allerdings alles korrekt dargestellt.

Jetzt möchte ich mir noch die Zeit nehmen und ein Screenshot der ersten Release Candidate von Amarok 2 zeigen.

Amarok wurde komplett überarbeitet und steht jetzt kurz vor dem final Release. Ich freue mich schon sehr die finale Version testen zu können. Wer sich genauer für Musik-Player interessiert kann sich meinen Blogeintrag vom 21. September anschauen.

In der neuen Version von VirtualBox 2 ist es mit dem „seamless mode“ in Linux möglich Windows-Anwendungen und auch die komplette Taskleiste mit Linux zu „verschmelzen“.Bilder und eine Anleitung auf Englisch findet man hier: http://www.raiden.net/?cat=2&aid=373

Dies ist nicht Mandriva, sondern ein Fedora-Linux. Ich konnte auf die schnelle kein Windows mehr installieren, werde dies aber sicherlich noch nacholen und darüber noch einen Artikel schreiben, wenn ich genug Zeit finde.

Fazit:

Alles in Allem sieht man, dass es einen schnellen und großen Fortschritt in der Entwicklug von Linux gibt. Es wird immer besser und schöner, vorallem passiert dies jetzt in relativ kurzer Zeit. Ich kann nur jedem raten es einfach mal zu versuchen und eine Live-CD zu testen oder natürlich noch besser: Linux richtig zu installieren. Inzwischen kann man recht viel mit Linux machen, das man früher nur mit Windows konnte. Vorallem im Office Bereich ist Linux eine ernst zu nehmende Alternative. Aber auch in den anderen Bereichen wird es stetig weiterentwickelt und wird somit in den kommenden Jahren sicher ein noch stärkerer Konkurent werden.